News-Archiv November 2009
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Sanierung am Johanniskloster in Stralsund - Schlotmann: Geschichte gut aufbewahren
Region Stralsund | 17.11.2009 - 14:48:31
Stralsund/MVticker. Am heutigen Dienstag wird mit der Sanierung an der Klosteranlage St. Johannis in Stralsund begonnen. Die Gesamtkosten für die Erneuerung im denkmalgeschützten Johanniskloster belaufen sich auf rund 1,1 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des Bundes, des Landes Mecklenburg-Vorpommern und der Stadt Stralsund im Rahmen des "Investitionsprogramms nationale UNESCO-Welterbestätten". "Mit der Dacherneuerung und Instandsetzung der Fenster wird die Geschichte unseres Landes gut bewahrt und aufbewahrt", sagte Bauminister Volker Schlotmann. "Denn zum einen wird die historische Klosteranlage nachhaltig geschützt, zum anderen befinden sich die wertvollen Bestände des Stadtarchivs künftig in sicheren und wasserdichten Gemäuern", so der Minister.
Die Klosteranlage hinter der Stadtmauer prägt noch heute maßgeblich das Stadtbild von der Sundseite. "In dem Kloster ist unter anderem das Stadtarchiv, das zu den größten seiner Art in Deutschland zählt, untergebracht", erläuterte Schlotmann. "Es wird ständig erweitert, weshalb auch der Ausbau der Magazinräume wichtig ist", so der Bauminister. In dem Archiv befinden sich rund 9.000 Urkunden, etwa 3.000 laufende Meter Akten, rund 29.000 Fotos, 4.000 Karten, Pläne und Risse und circa 2.600 Plakate. Die archivierten Bestände reichen vom Mittelalter bis in dieses Jahrzehnt und betreffen nicht nur die Hansestadt Stralsund, sondern auch verschiedene Dörfer auf den Inseln Rügen und Hiddensee. Zum Bibliotheksbestand gehört auch die Löwensche Bibliothek, die der Hansestadt im 18. Jahrhundert durch den Generalgouverneur der schwedischen Besatzungsmacht Axel Graf von Löwen geschenkt wurde.
Auf Grund eindringender Feuchtigkeit sind besonders das Dach, der Dachstuhl und die Fenster der Räumlichkeiten beschädigt, in dem sich des Stadtarchiv, die Löwensche Bibliothek, die Löwensche Sammlung und die mittelalterliche Handschriftensammlung befinden. Im Zuge der Bauarbeiten werden nun die Holzbauteile und das Mauerwerk saniert, die Dachstühle statisch untersucht, die Dachflächen neu eingedeckt und die Fenster restauriert und erneuert. Außerdem sollen die gotischen bleiverglasten Spitzbogenfenster in den Kreuzgängen aufgearbeitet werden. Auf Grund der Feuchtigkeit sind auch die Kreuzgänge durch Rissbildungen in den Gewölben beschädigt. Auch hier ist eine statische Überprüfung erforderlich. Die Risse sollen verschlossen und einzelne Ziegel ausgetauscht werden. Nach restauratorischer Untersuchung der Malereien in den Kreuzgängen werden diese restauriert und ergänzt. Darüber hinaus werden die Magazinräume ausgebaut, um die Archivflächen zu erweitern. Im Dezember 2011 werden die Bauarbeiten an dem 1254 gegründeten Johanniskloster voraussichtlich abgeschlossen sein.
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