News-Archiv November 2009
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Schweinegrippe in Mecklenburg-Vorpommern: Mehr Impfstoff, aber auch mehr Infektionen
Mecklenburg-Vorpommern | 16.11.2009 - 15:01:43
Rostock/MVticker. Mit 36 000 Dosen wird in dieser Woche die bislang größte Menge an Impfstoff gegen die Schweinegrippe nach Mecklenburg-Vorpommern geliefert. Die Steigerung war erwartet worden, nachdem ein Vertreter der Hersteller-Firma dies in der vergangenen Woche auf der Sonderkonferenz der Gesundheitsminister in Berlin angekündigt hatte. „Wir hoffen, dass sich die Lage weiter entspannt“, sagt Dr. Heiko Will, Erster Direktor des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS). In Mecklenburg-Vorpommern geht der Impfstoff an die Gesundheitsämter; außerdem wird mindestens eine Apotheke pro Landkreis/kreisfreier Stadt beliefert. Diese übernimmt die Verteilung an Arztpraxen und weitere Apotheken.
Seit Beginn der Impf-Aktion am 26. Oktober ist Mecklenburg-Vorpommern mit insgesamt 112 000 Dosen beliefert worden. „In der vergangenen Woche war die Nachfrage sehr hoch", sagt Dr. Martina Littmann, Leiterin der Abteilung Gesundheit im LAGuS. Zurückzuführen sei das auf den Anstieg der Schweinegrippe-Neuerkrankungen.
„Wir bitten um Verständnis, wenn es zu Wartezeiten für einen Impf-Termin kommt“, ergänzt Dr. Will. „Wer sich als Risiko-Patient impfen lassen möchte, sollte zunächst in seinem Gesundheitsamt oder bei seinem Hausarzt anrufen.“ Zu den Risiko-Patienten, die vorrangig geimpft werden sollen, zählen vor allem die chronisch Kranken. Dazu kommen jene Frauen und Männer, die in medizinischen Berufen arbeiten, weil sie besonders viel Kontakt mit Menschen haben.
In der vergangenen Woche wurden dem LAGuS 230 Neuerkrankungen an Schweinegrippe gemeldet. Der Anstieg setzt sich also fort. In allen Landkreisen und kreisfreien Städten - außer Parchim und Wismar - sind in der vergangenen Woche aktuelle Infektionen registriert worden. Meist treten sie gehäuft in Familien, Schulen, Kindertagesstätten oder am Arbeitsplatz auf. Die meisten Neu-Infektionen wurden im Landkreis Güstrow beobachtet (58), gefolgt von Ludwigslust (45), Rostock (26), Ostvorpommern (20) und Greifswald (18).
Seit dem Ausbruch der Schweinegrippe im Frühjahr wurden in Mecklenburg-Vorpommern 691 Kranke registriert. Es bleibt dabei: In der Regel verlaufen die Fälle relativ mild. Insgesamt mussten sich 35 Menschen in Krankenhäuser begeben. Todesfälle sind in Mecklenburg-Vorpommern bislang nicht aufgetreten. „Was die Zahl der Infektionen betrifft, gehen wir allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus“, sagt Dr. Martina Littmann. Verdachtsfälle würden nur noch von Laboren untersucht, wenn es sich dabei um schwere Verläufe, um Risiko-Patienten und um auffällige Häufungen in Gemeinschafts- oder Gesundheitseinrichtungen handele.
Zum Schutz gegen die Schweinegrippe bleibt es wichtig, auf die persönliche Hygiene zu achten. Das umfasst gründliches Händewaschen mit Flüssigseife und die Benutzung von Einweghandtüchern. Weitergehende Informationen über die Schweinegrippe finden Bürger, Ärzte und Apotheker auf der Homepage des LAGuS: www.lagus.mv-regierung.de .
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