News-Archiv November 2009
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Mecklenburg-Vorpommern bekommt ein kostenloses und anonymes Elterntelefon
Mecklenburg-Vorpommern | 04.11.2009 - 11:54:17
Schwerin/MVticker. Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Harry Glawe, sieht den Weg für die Einrichtung eines Elterntelefons für Mecklenburg-Vorpommern frei. Im Sozialausschuss des Landtags werden die Koalitionsfraktionen heute die notwendigen Finanzmittel in Höhe von 15.000 Euro pro Jahr im Rahmen der Beratungen zum Doppelhaushalt 2010/2011 bereitstellen. Das Elterntelefon ist als Ergänzung und Ausweitung zu dem bereits vorhandenen Beratungsangebot eines Kinder- und Jugendtelefons am Standort Greifswald gedacht.
„Vor ca. sieben Jahren fiel der Startschuss für das Elterntelefon als kostenloses und anonymes Beratungsangebot in Deutschland. Schritt für Schritt wurden in nahezu allen Bundesländern durch den Deutschen Kinderschutzbund unter dem Dach der Bundesarbeitsgemeinschaft Nummer gegen Kummer e. V. mit staatlicher Unterstützung 46 Elterntelefone eingerichtet. Mecklenburg-Vorpommern blieb jedoch bis heute ein weißer Fleck. Bei uns gibt es bisher lediglich zwei sehr erfolgreich arbeitende Kinder- und Jugendtelefone in Greifswald und Schwerin, die auch in Zukunft mit 30.000 Euro jährlich durch das Land gefördert werden sollen.
Das neu zu schaffende Elterntelefon soll jetzt mit ebenfalls 15.000 Euro jährlich finanziell durch das Land unterstützt und zusammen mit dem Kinder- und Jugendtelefon unter dem Dach des Deutschen Kinderschutzbundes Ortsverband Greifswald e. V. betrieben werden. Besonderheiten dieses Angebotes sind eine niedrige Zugangsschwelle und die vollständige Gewährleistung der Anonymität. Einerseits zielt das Elterntelefon darauf ab, im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe die Anrufenden zu befähigen, selber Strategien zur Lösung ihrer Probleme zu entwickeln, andererseits ist die Information über weitere spezifische Beratungsangebote bzw. die Vermittlung an diese Inhalt der Arbeit am Elterntelefon. Die überwiegend ehrenamtlichen Berater bauen durch Informationen Hemmschwellen ab und motivieren Eltern, aus Verantwortung ihrem Kind gegenüber Hilfe anzunehmen. Synergieeffekte sind durch die Vernetzung des Elterntelefons mit dem bereits bestehenden Beratungsangebot Kinder- und Jugendtelefon zu erwarten – Erfahrungen der organisatorisch-technischen Umsetzung der Telefonberatung, Nutzung personeller Ressourcen für Koordination, Aus- und Weiterbildung, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit.
Die Notwendigkeit eines solchen Angebotes für Mecklenburg-Vorpommern leitet sich aus den bisherigen Erfahrungen mit der telefonischen Beratung von Eltern, aus der hohen Frequentierung dieses Angebotes bundesweit, aus den aktuellen sozialen, familiären und gesamtgesellschaftlichen Veränderungen sowie den gesetzlichen Bestimmungen zur Unterstützung von Eltern und Erziehenden ab. So hat sich beispielsweise das Bild der klassischen Familie gewandelt. Anfragen in der alltäglichen Arbeit sowie vorhandene Statistiken haben gezeigt, dass ein anonymes telefonisches Gesprächs-, Beratungs- und Informationsangebot, welches Eltern in den oft schwierigen Fragen der Erziehung ihrer Kinder schnell, kompetent und anonym unterstützt, eine Lücke in der Familien unterstützenden Jugendhilfelandschaft schließen würde. Dem wollen CDU und SPD Rechnung tragen und werden daher mit dem neuen Doppelhaushalt 2010 / 2011 die benötigten Gelder bereitstellen“, so Harry Glawe abschließend.
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