News-Archiv August 2009
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CDU: Bisky betreibt Schönreden einer Diktatur
Mecklenburg-Vorpommern | 19.08.2009 - 12:45:08
Schwerin/MVticker. Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion in Mecklenburg-Vorpommern, Wolf-Dieter Ringguth, hat dem Bundesvorsitzenden der LINKEN widersprochen. Diese hatte eine Neubewertung der DDR gefordert.
„Die Forderung nach einer Neubewertung der DDR ist ein weiterer Versuch des Schönredens der Diktatur des Proletariats. Auch wer die 40 Jahre DDR in einem neuen Zusammenhang entrückt, kann nicht darüber hinwegsehen, wie viel persönlich erfahrenes und erlebtes Unrecht es gab, wie nachhaltig die Begrenzung und Einengung gewesen ist und wie viel Potential den Menschen in der DDR in diesem Umfeld verloren ging.
Es ist eine Tatsache, dass die Menschen in der DDR im Herbst 1989 den SED-Staat nicht mehr wollten. Zu tausenden verließen sie über Polen, Tschechien und Ungarn das Land oder stellten in der DDR Ausreiseanträge, um in der Bundesrepublik ein neues Leben zu beginnen. Schließlich ließ der Druck der Montagsdemonstrationen den Machtapparat aus SED und Staatssicherheit zusammenbrechen. Die DDR war damals moralisch wie wirtschaftlich gescheitert. Das lässt sich auch 20 Jahre später nicht wegreden.
Im Jahr 20 nach dem Mauerfall den Versuch zu starten, die DDR neu einzuordnen ist nichts anderes als der Versuch, die Morde an der Mauer schönzureden. Unrecht lässt sich aber nicht gegeneinander aufrechnen. Das Unrecht in der DDR wird nicht kleiner, wenn parallel über die Kriege der USA gesprochen wird. Wer Vietnam erwähnt, sollte zudem an 1979 erinnern, als das sozialistische China das sozialistische Vietnam überfiel. Dies blendet der Vorsitzende der LINKEN jedoch bewusst aus.
Jenseits aller Mediendebatten gibt es seit Jahren eine objektive und ehrliche wissenschaftliche Debatte über die DDR. Ich denke, dass diese fortgeführt werden muss. Daneben sollten wir jeden Versuch abwehren, der das politische System der DDR und das persönliche Leben der Menschen miteinander vermengt. Ja, wir konnten in der DDR glückliche private Erfahrungen sammeln, wir haben Kinder bekommen, Häuser gebaut und gefeiert. Und trotzdem gab es das staatlich zementierte Unrecht und den Schießbefehl auf Menschen, die der Enge des Systems entfliehen wollten“, so Wolf-Dieter Ringguth.
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