News-Archiv Mai 2009

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Debatte zum „Energieland 2020“ - Minister Seidel: Energie versorgungssicher, preisgünstig und umweltfreundlich erzeugen

Mecklenburg-Vorpommern | 13.05.2009 - 12:53:56

Schwerin/MVticker. Die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien soll in Mecklenburg-Vorpommern bis 2020 verfünffacht werden. Dies ist ein Ziel der Konzeption „Energieland 2020“, die am Mittwoch im Schweriner Landtag debattiert wurde. „Mit der Konzeption liegt erstmals eine von allen Ressourcen der Landesregierung beschlossene Richtschnur für die Energie­politik in Mecklenburg-Vorpommern vor“, sagte  Wirtschafts­minister Jürgen Seidel bei der Debatte. „Die Konzeption trägt wirtschaftlichen Be­dürfnissen der Verlässlichkeit der Energieversorgung zu be­zahlbaren und wettbewerbs­fähigen Preisen ebenso Rechnung wie den Zielen des Integrierten Energie- und Klima­programms (IEKP) der Bundesregierung bis 2020.“
 
„Insbesondere durch den weiteren Ausbau der Windenergie, künftig vor allem offshore, und den Ausbau der Bioenergie sollen die Erneuerbaren Energien gestärkt werden“, sagte Seidel. Gegenüber 2005 soll bis 2020  in Meck­lenburg-Vorpom­mern die Stromerzeugung aus Windkraft von 1.774 Gigawattstunden (GWh) auf über 10.000 GWh gesteigert werden.
 
„Wir wollen auch den Anteil Erneuerbarer Energien zur Deckung des Wärmeverbrauchs mehr als verdoppeln und den Anteil Erneuerbarer Energien zur Deckung des Kraftstoff­ver­brauchs fast verdreifachen“, sagte Seidel.
 
Das Wirtschaftsministerium hatte die Strategie als federführendes Ressort gemeinsam mit der Staatskanzlei, dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucher­schutz, dem Ministerium für Verkehr, Bau und Landesent­wicklung sowie dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und den Hochschulen erstellt und dazu mehrere Gutachten in Auftrag gegeben.
 
„Mecklenburg-Vorpommern benötigt einen ausgewogenen Mi­x von erneuerbaren und konventionellen Energien, der auch durch den Bau und Betrieb neuer fossiler Kraftwerke und den Aus­bau der Strom- und Gasnetze gewährleistet werden muss“, sagte Seidel. „Wenn neue, hocheffiziente fossile Kraft­wer­ke in unserem Land technisch veraltete ineffiziente Kraft­werke in anderen Bundesländern ersetzen, leisten wir einen wich­tigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Moderni­sierung der Stromversorgung in Deutschland.“
 
Der weitere Ausbau der Erneuerbaren Energien stößt inzwischen auf Engpässe im Elektrizitätsversorgungsnetz, die durch den weiteren Ausbau der Netze zu lösen sind. Investi­tionen in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, Biokraft­stoff­­her­stel­lung (Pflanzenöl und Raps­methyl­ester) und die Nutzung der energiereichen Abfallfraktion als Sekun­där­brenn­stoff  sind weitere Handlungsfelder.
 
Neu geschaffene Netzwerke und Kompetenzzentren wie das Netzwerk Klima­schutz, das Netzwerk Wasserstoff-Technolo­gieinitiative Mecklenburg-Vorpommern und das Wasserstoff­kompetenzzentrum Schwerin oder das Offshore-Energie-Kompetenz-Netzwerk Rostock unterstützen die Entwicklung und die Anwendung innovativer Technologien und tragen zur rationellen Energieanwendung bei.
 
„Neben der Gestaltung unserer Stromversorgung stehen wir auch noch vor anderen Herausforderungen. Es muss Energie gespart und die Verbesserung der Energieeffizienz erreicht werden“, sagte Seidel. 50 % des Endenergieverbrauches im Land entfallen auf die Wärmeversorgung. Damit wird die be­son­dere Rolle des Gebäudebereiches, aber auch des Ver­kehrs deutlich. 30 % des Endenergieverbrauches werden vom Ver­kehr verursacht.


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