News-Archiv Mai 2009

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Jugendherbergen in Mecklenburg-Vorpommern: Positiver Trend hält an

Mecklenburg-Vorpommern | 09.05.2009 - 10:17:43

Rostock/MVticker. Am 8. Mai fand die jährliche Mitgliederversammlung des Deutschen Jugendherbergswerkes Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. in der Jugendherberge Warnemünde statt. Rahmenthema war das Engagement des Landesverbandes für mehr Demokratie und Toleranz. Untermalt wurde die Veranstaltung durch die von Studenten der Hochschule Wismar durchgeführte Illumination des Turms der Jugendherberge.

 
2008 - positiver Entwicklungstrend hält weiter an
Auf der Mitgliederversammlung wurde u.a. der Jahresbericht 2008 verabschiedet. Die Jugendherbergen im Nordosten konnten den positiven Trend aus 2007 fortsetzen. Die Übernachtungszahlen an den 27 Standorten wurden um ca. 30.000 Übernachtungen auf insgesamt knapp 430.000 erneut gesteigert. Damit liegt der Landesverband deutlich vor der allgemeinen Steigerungsrate im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern von 4 Prozent und über dem bundesweiten Durchschnittswert der Übernachtungssteigerung in Jugendherbergen von 0,61 Prozent. Die Übernachtungssteigerung bei gleichzeitigem Rückgang der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 3,4 auf 3,1 Tage zeigt, dass wesentlich mehr Gäste 2008 die Jugendherbergen besucht haben. Knapp 120.000 Gäste konnten an den 19 in Eigenregie des Landesverbandes geführten Standorten verzeichnet werden, 2007 waren es gut 100.000 Gäste.
 
Mit der Übernachtungssteigerung einher geht eine Erhöhung der Auslastung von 36,9 auf 40,2 Prozent. Zu den übernachtungsstärksten Häusern gehörten wie im Vorjahr die Jugendherbergen Heringsdorf, Born-Ibenhorst und Warnemünde. Neu dazugekommen ist die Jugendherberge Binz auf Rügen mit gut 33.000 Übernachtungen. Die beiden stärksten Besuchergruppen des Landesverbandes sind weiterhin die Familien mit 30,6% und die Schulen mit 29,4%. Ebenfalls unverändert geblieben ist die Herkunft der Gäste. Mit 26,2 Prozent kommt der Großteil aus Berlin und Brandenburg, Gäste aus dem eigenen Bundesland machen 16,7 Prozent aus, darauf folgen Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Außerdem wurde die Anzahl der in den Häusern stattfindenden internationalen Begegnungen nachhaltig gesteigert.
 
„Auch für 2009 haben wir uns viel vorgenommen,“ so die Vorstandsvorsitzende des Landesverbandes Karen Löhnert. „Unsere guten Ergebnisse aus 2008 wollen wir auch in diesem Jahr fortsetzen, was zu Zeiten wirtschaftlicher Verunsicherung ein großes Vorhaben ist,“ so Löhnert weiter. Letztlich liege aber gerade darin die Chance der Jugendherbergen, die nicht nur durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen. Gerade Familien schätzen die Ursprünglichkeit der Unterkunft, so ganz ohne Fernseher, sowie die Gemeinschaft untereinander und zu anderen Gästen, die am Lagerfeuer oder beim Abendessen unweigerlich entsteht.
 
Leuchtturm für mehr Demokratie und Toleranz
Als weithin sichtbarer „Turm gegen rechts“ erstrahlte am Freitagabend im Anschluss an die Mitgliederversammlung um 21 Uhr der Turm der Jugendherberge Warnemünde. Studenten des englischsprachigen Fachbereichs Lichtdesign der Hochschule Wismar zeigten das Ergebnis eines zweitägigen Illuminationsworkshops, den sie unter Anleitung der Professoren Rohde und Römhild in Warnemünde durchführten.
 
Nachdem der Turm der Jugendherberge seit Herbst 2006 geschlossen bleiben musste, wurde mit der Illumination auch die baldige Wiedereröffnung gefeiert. Ab 1. August stehen dort fünf Zimmer mit je fünf Betten sowie ein Tagungsraum vornehmlich Schul- und Jugendgruppen als Standort von Jugendhilfeprojekten mit dem Schwerpunkt der Stärkung von Demokratie und Toleranz zur Verfügung.
 
Dass sich der Landesverband bereits jetzt gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus stark macht, veranschaulichten die Einführungen vor der eigentlichen Illumination. Karen Löhnert, Vorstandsvorsitzende des DJH-Landesverbandes, berichtete von den verschiedenen Partnerschaften und dem gesellschaftlichen Engagement des Landesverbandes, z.B. durch das Angebot spezieller Klassenfahrten. Hartmut Gutsche, der Leiter des Regionalzentrums für demokratische Kultur Nordvorpommern-Rügen-Stralsund, konnte berichten, wie Präventionsarbeit vor Ort in den Jugendherbergen des Landes aussieht, wenn z.B. Herbergsleiter im Erkennen rechtsextremer Anzeichen und im korrekten Verhalten bei Übergriffen geschult werden. Thomas Schleußner, Leiter des Hauses der Begegnung M3 und Maria Filatow, „Peer Helper“-Ausbilderin aus Berlin-Marzahn, stellten schließlich ganz konkret vor, wie am Beispiel des „Peer Helper“-Projekts, eines seit 16 Jahren in Berlin erfolgreich angewandtes Konzept, integrative Jugendarbeit aussehen kann. Seit Beginn besteht eine enge Kooperation und gute Zusammenarbeit mit der Jugendherberge Binz und vor einem Jahr kam als neuer Veranstaltungsort die Jugendherberge Greifswald hinzu.
 
 
Jugendherbergen in Mecklenburg-Vorpommern
Die Jugendherbergen des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) sind 100 Jahre alt und damals wie heute Spezialisten für junge und jung gebliebene Gäste. Mit 26 Jugendherbergen, einem Jugendzeltplatz, ca. 430.000 Übernachtungen im Jahr und ca. 250 Beschäftigten ist der DJH-Landesverband der größte Jugendtourismusanbieter in Mecklenburg-Vorpommern. Die Jugendherbergen sind Teil einer weltumspannenden Idee, die mit über 4.000 Häusern in mehr als 80 Ländern für Begegnung, Austausch, Toleranz und Verständigung steht.
 
 
Foto oben: Die Jugendherberge Warnemünde in Licht getaucht – Ergebnis eines Illuminationsprojektes Wismarer Studenten
 


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