News-Archiv Mai 2009
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Ministerpräsident Sellering in Rostock: Herausforderungen des demografischen Wandels aktiv nutzen
Region Rostock | 07.05.2009 - 12:47:25
Rostock/MVticker. „Mit dem Thema „Erfolgreich altern – der demografische Wandel als Herausforderung für die Gesundheitswirtschaft“ ist die 5. Nationale Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft wieder am Puls der Zeit“, sagte Ministerpräsident Erwin Sellering anlässlich der Eröffnung der Konferenz am Donnerstag in Rostock.
„Erfolgreich altern bedeutet gesund altern und im Alter gesund bleiben“, so der Ministerpräsident. Dies gewinne angesichts des demografischen Wandels zunehmend an Bedeutung. „Menschen werden älter. Der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung steigt. Daraus ergeben sich große Herausforderungen und ein enormes Potenzial. Wir brauchen Veränderungen im Gesundheitswesen, ein Umdenken in vielen gesellschaftlichen Bereichen und wir müssen darüber nachdenken, wie wir die wirtschaftlichen Chancen, die sich aus dem demografischen Wandel ergeben, nutzen wollen. Hohe Investitionen von öffentlicher Hand und Unternehmen sind nötig, um sich darauf einzustellen. Umfragen belegen, dass Menschen bereit sind, zusätzliches privates Geld für ihre Gesundheit auszugeben, für Sport, gesunde Ernährung und Prävention.“
Wie gut sich die Gesundheitsbranche auf die älter werdende Gesellschaft einstelle, zeige sich zuerst in ihrem Kernbereich, den medizinischen Versorgungssystemen. „Der demografische Wandel verändert die Patientenstruktur in vielfältiger Weise. Darauf müssen wir uns einstellen. Wir brauchen mehr Geriatrie und weniger Kinderheilkunde. Mit unserem Krankenhausplan und dem Geriatrieplan, der zurzeit entwickelt wird, sind wir in Mecklenburg-Vorpommern auf dem richtigen Weg“, sagte Sellering.
Auch die ambulante Versorgung stehe vor neuen Herausforderungen. Die Situation sei in Mecklenburg-Vorpommern wegen der dünnen Besiedlung besonders schwierig. „Mit Telemedizin erreichen wir, dass Daten reisen und nicht die Patienten oder Hausärzte. Das fördern wir bis 2010 mit 1,5 Millionen Euro. Unser Modellprojekt der Gesundheitsschwester AGnES ist inzwischen bundesweit anerkannt und wurde in die Regelversorgung aufgenommen.“
Gesundes Altern brauche über die passende medizinische Leistung hinaus ein Umdenken in vielen gesellschaftlichen Bereichen. Das betreffe die Arbeitswelt genauso wie passende Wohnformen oder die richtige Infrastruktur: „Altersgerechte Arbeits- und Lebenswelten – das ist die zweite große Herausforderung, vor der die Gesundheitswirtschaft, vor der unsere Gesellschaft steht.“
Die 5. Nationale Branchenkonferenz befasse sich auch mit den wirtschaftlichen Chancen, die sich aus einer älter werdenden Gesellschaft ergeben. „Der Gesundheitstourismus ist eine Wachstumsbranche in ganz Deutschland, besonders in Urlaubsregionen wie Mecklenburg-Vorpommern. Mit unseren Rehaeinrichtungen, dem milden Reizklima, den kulturellen und sportlichen Angeboten haben wir dafür die besten Voraussetzungen. Wirtschaftliches Potenzial liegt aber nicht nur im Tourismus, sondern auch im Dienstleistungsbereich, in der Medizintechnik oder in der Ernährungswirtschaft“, so der Ministerpräsident. Als Beispiel dafür nannte der Ministerpräsident die Firma DOT aus Rostock, das weltweit führende Produkte der Medizintechnik und Biotechnologie herstellt.
„Die Gesundheitswirtschaft bietet eine sehr breite Palette wirtschaftlicher Betätigung, die über rein medizinische Leistungen hinausgeht. Ich bin gespannt auf viele innovative und wegweisende Ansätze – besonders aus unserem diesjährigen Partnerland Finnland. Lassen Sie uns die Herausforderungen des demografischen Wandels aktiv angehen und seine wirtschaftlichen Potenziale nutzen“, forderte Sellering.
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