News-Archiv Mai 2009

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Harry Glawe (CDU): Gründliche Überarbeitung des Kindertagesförderungsgesetzes kommt

Mecklenburg-Vorpommern | 06.05.2009 - 13:48:20

Schwerin/MVticker. Nach einem Besuch im katholischen Kinderland St. Josef in Parchim hat der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Harry Glawe, die Notwendigkeit einer gründlichen Überarbeitung des Kindertagesförderungsgesetzes unterstrichen.
 
„Wir sind uns in der Koalition einig, dass eine gründliche Überarbeitung des Kindertagesförderungsgesetzes aufgrund der gestiegenen Inanspruchnahme der Kinderbetreuungseinrichtungen und der Stärkung des bildungspolitischen Ansatzes erforderlich ist. Für unsere Fraktion stehen dabei vier Elemente im Mittelpunkt einer solchen Novelle, die noch in diesem Jahr das parlamentarische Verfahren durchlaufen muss:
 
1. Die aktuellen Betreuungsschlüssel in der Krippe 1:6, der Kita 1:18, dem Hort 1:22 sind zu überdenken.
 
Ob wir hier eine Absenkung des Schlüssels vornehmen können oder angesichts der hohen Auslastung der Einrichtungen den Einsatz von früher bekannten Gruppenhelfern ermöglichen, ist dabei noch zu prüfen. Insbesondere im 1. Jahr des Übergangs von Krippe zu Kindergarten und bei der Hortbetreuung von Förderschülern sind Änderungen unumgänglich, um dem Bildungsaspekt zum Durchbruch zu verhelfen.
 
2. Verbindlichen Festschreibung und Verankerung der Bildungskonzeption für 0- bis 10-Jährige im Gesetz sowie ggf. zusätzliche Vor- und Nachbereitungszeiten für pädagogische Fachkräfte in den Kindertageseinrichtungen (Vorschuljahr)
 
Wir wollen den Bildungsauftrag von Anfang an durchsetzen. Dafür sind Bildungsfragen verbindlich und messbar im Gesetz zu regeln und vor Ort individuelle Förderpläne zu erstellen. Hierzu muss auch über Änderungen bei den Vor- und Nachbereitungszeiten der Erzieherinnen nachgedacht werden.
 
3. Es muss beschrieben werden, welche weiteren Berufsgruppen als Fachkräfte eingesetzt werden können.
 
Aktuell führt die enge Regelung dazu, dass im Land ausgebildeten Kinderpflegern und Sozialassistenten der Weg in die Kita genauso versperrt ist, wie z. B. Heilerziehern und Erziehungswissenschaftlern. Dies ist eine zu restriktive Vorgehensweise. Unser Ziel sollte es sein, Menschen, die wir im Land ausbilden, auch bei uns eine berufliche Perspektive zu geben. Zusätzlich muss, um den Einsatz männlicher Fachkräfte zu fördern, ein Weg gefunden werden, wie Umschülern der Einstieg in das Berufsbild Erzieher erleichtert wird. Mit all diesen Maßnahmen kann zugleich der sich bereits jetzt abzeichnende Fachkräftemangel abgefedert werden.
 
4. Für soziale Brennpunkte sind besondere Regelungen zu treffen, um den dort betroffenen Kindern einen guten Schulstart zu ermöglichen.
 
Angesichts der demographischen Entwicklung können wir es uns nicht länger leisten, dass bei der Vorschuluntersuchung zu viele Kinder eine Empfehlung für die Förderschule erhalten und von diesen am Ende ein Teil ohne jeden Abschluss bleibt. Deshalb ist eine Vernetzung von Kita und Beratungsangeboten erforderlich, muss dem speziellen Förderbedarf bei Sprache, Verhalten und Motorik besser Rechnung getragen werden und sind klare Bildungsvorgaben vom 1. Jahr an notwendig.
 
Für die CDU steht zudem fest, dass der Landesanteil an der Finanzierung der Kinderbetreuung an die gestiegene Inanspruchnahme anzupassen ist“, machte Harry Glawe abschließend deutlich.


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