News-Archiv April 2009
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Neue Schwerpunkte beim ÖPNV - Minister Schlotmann in Rostock: Auf Wandel einstellen
Region Rostock | 29.04.2009 - 10:17:11
Rostock/MVticker. Das Ministerium für Verkehr, Bau und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern setzt bei der Förderung von Investitionen in den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und dem Schienenpersonennahverkehr (SPNV) verstärkt auf die Anpassung an die Herausforderungen des demografischen Wandels. "In einem dünnbesiedelten Land mit zurückgehender und zugleich älter werdender Bevölkerung müssen sich alle Beteiligten den künftigen Lebensbedingungen anpassen. Diese Entwicklung stellt den öffentlichen Personennahverkehr vor neue Herausforderungen. Ziel muss es sein, einen öffentlichen Personennahverkehr zu entwickeln, der praktikabel und finanzierbar ist und zu unserem Land passt. Dabei ist das Land Partner der kommunalen Aufgabenträger, der Verkehrsunternehmen und ihrer Verbände", erklärte Verkehrsminister Volker Schlotmann heute beim Rostocker Verkehrsforum.
Auch in diesem Jahr sind umfangreiche Investitionen in den ÖPNV und den SPNV vorgesehen. Für Mecklenburg-Vorpommern stehen für 2009 Fördermittel des Bundes in Höhe von insgesamt etwa 40 Millionen Euro aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz und aus Regionalisierungsmitteln für Investitionen bereit. Geplant sind zum Beispiel Infrastrukturinvestitionen, unter anderem in die Umsteigeanlagen in Barth, Züssow und Gützkow. Auch wird derzeit das Streckengleis vom Ueckermünder Bahnhof bis zum Stadthafen verlängert. Vorgesehen ist auch die Förderung von Bussen für rund sieben Millionen Euro. Dabei sollen mittelfristig neue Schwerpunkte gesetzt werden. So sollen künftig auch kleinere Busse, die vorwiegend bei niedrigem Fahrgastaufkommen im ländlichen Raum eingesetzt werden, unter die Regelförderung fallen.
Bei allen Investitionen und Angebotsplanungen soll die Barrierefreiheit stärker in den Vordergrund treten. "Nicht nur, um gesetzliche Vorgaben zu erfüllen, sondern auch, um die Mobilität aller Bevölkerungsgruppen zu sichern", so Schlotmann. Ein Schwerpunkt bei der Fahrzeugförderung wird auch deshalb ab 2010 der Ersatz der bei der Rostocker Straßenbahn AG noch fahrenden alten Straßenbahntriebwagen durch neue Niederflurfahrzeuge sein, so dass mittelfristig alle Straßenbahnwagen barrierefrei zugänglich sein werden.
Gerade in ländlichen Gebieten ist von weiter zurückgehenden Schülerzahlen bei gleichzeitiger Zunahme der älteren Bevölkerungsgruppen auszugehen. Hier müsse der ÖPNV strategisch neu ausgerichtet werden, so der Minister weiter. Das Fahrplanangebot müsse entsprechend verändert werden, zu prüfen sei zudem die Einrichtung neuer Verkehrsangebote. "Ein Lösungsansatz könnten mehr und flächendeckende alternative Bedienungsformen wie Anrufbus, Anruf-Sammeltaxi und auch Bürgerbus sein", so Schlotmann. Derzeit ist beispielsweise ein Bürgerbus auf Rügen geplant.
Die Förderung des ÖPNV müsse weiterhin mindestens konstant bleiben, so Schlotmann weiter. Dafür werde er sich beim Bund einsetzen. "Denn wer öffentliche Verkehrsmittel benutzt, tut aktiv etwas für den Klimaschutz. Es kommt darauf an, dies mit attraktiven Angeboten zu unterstützen", so der Minister abschließend.
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