News-Archiv April 2009

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Junge Union: Ministerpräsident Sellering verweigert sich der Debatte - Anfragen und Einladungen zu DDR-Aussagen werden nicht beantwortet

Mecklenburg-Vorpommern | 28.04.2009 - 09:18:06

Schwerin/MVticker. Nachdem die Junge Union Mecklenburg-Vorpommern den Ministerpräsidenten Erwin Sellering Anfang April zu einer Gesprächsrunde über die DDR-Geschichte eingeladen hatte, um sachlich die von ihm getroffenen Aussagen zum Unrecht in der DDR zu diskutieren, scheint der Regierungschefs eine Antwort verweigern zu wollen.
 
„Ohne erhobenen Zeigefinger und harscher Kritik haben wir versucht, mit Sellering seine Äußerungen zum DDR-Unrechtsstaat auf sachlich-wissenschaftlicher Ebene zu erörtern. Leider wurde die Einladung weder zu- noch abgesagt. Die Staatskanzlei hat es darüber hinaus nicht für nötig erachtet, unseren Brief zu beantworten“, so Marc Reinhardt, Landesvorsitzender der JU und Mitglied des Landtages.     
 
Nicht nur die Junge Union hat auf Ihre Anfrage keine Reaktion des Ministerpräsidenten erhalten, auch Opferverbände, die die Interessen der politischen Verfolgten und Inhaftierten vertreten, wurden von Sellering schlicht ignoriert. „Insbesondere ein SPD-Landesvorsitzender darf sich nicht so verhalten. Das DDR-Unrecht begann schon vor der Staatsgründung, als mit der Zwangsvereinigung von SPD und KPD auch viele Sozialdemokraten Opfer von Gewalt und Repressionen der sowjetischen Besatzer wurden“, zeigt sich Reinhardt verwundert.  Sein mäßiges Abschneiden bei der Wiederwahl zum Vorsitzenden seiner Partei am vergangenen Wochenende dürfte auch auf die derzeitige Debatte zurückzuführen sein, mutmaßt der JU-Landesvorsitzende.
 
„Das Schweigen des Herrn Sellering offenbart, dass seine Kenntnisse zur DDR-Vergangenheit ungenügend zu sein scheinen und diese Aussagen ein reines taktisches Manöver darstellten, um seine Akzeptanz bei den Bürgern erhöhen zu wollen“, erklärt Marc Reinhardt. Die umstrittene und anfangs von der Staatskanzlei zurückgehaltene Umfrage zur Beliebtheit des Ministerpräsidenten zeigte, dass viele Menschen in Mecklenburg-Vorpommern es für falsch hielten, einen Westdeutschen als Regierungschef zu haben.


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