News-Archiv April 2009

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Seemann: Nicht wegsehen bei häuslicher Gewalt

Mecklenburg-Vorpommern | 14.04.2009 - 14:04:59

Schwerin/MVticker. Die Parlamentarische Staatssekretärin für Frauen und Gleichstellung, Dr. Margret Seemann, ist Schirmherrin des Projektes „Nicht Weg sehen!“, das sich gegen häusliche Gewalt wendet.
 
Im Jahr 2008 wurden in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 1513 Straftaten wegen häuslicher Gewalt angezeigt. Das sind im Vergleich zum Vorjahr 9,4 % mehr und im Vergleich zu 2004 ist ein Anstieg von 79,1 % zu verzeichnen. 
 
Seemann: „Die Zahlen und die Steigerungsraten der angezeigten Straftaten wegen häuslicher Gewalt er­scheinen erschreckend hoch. Dies heißt jedoch nicht, dass mehr Straftaten verübt wurden, sondern mehr Opfer haben auf Grund der aufeinander abgestimmten Arbeit von Polizei, Behörden und professioneller Beratung den Mut, den Gewalttäter auch anzuzeigen.“ Sie führt weiter aus, dass gleichzeitig das soziale Umfeld aufmerksamer werde, einschreite und helfe. Die Straftaten werden daher nicht nur von den Betroffenen mitgeteilt, sondern auch von Nachbarn, Bekannten, Freundinnen und Verwandten. Hier gebe es einen Anstieg in der Zeit von 2004 bis 2008 um 157,6 %. Das sind 255 Meldungen in 2008. In absoluten Zahlen ist das scheinbar wenig. Es bedürfe jedoch viel Mut für nicht direkt Betroffene, sich an die Polizei zu wenden. 
 
Seemann: „Dass immer mehr Strafanzeigen gestellt werden, ist nach meiner Einschätzung auch ein Erfolg der gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit aller beteiligten Institutionen zur Bekämpfung häuslicher Gewalt und des ver­stärkten Medieninteresses. Denn Schweigen hilft den Tätern.“ Zudem habe laut Seemann Mecklenburg-Vorpommern mit dem Landesaktionsplan zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Kinder bereits 2001 ein in sich geschlossenes Konzept entwickelt und umgesetzt. Neben der akuten polizeilichen Krisenintervention, konsequenter Strafverfolgung und zivilrechtlichem Schutz der Opfer werde auch die flankierende Beratung von Opfern, Tätern und betroffenen Kindern sichergestellt. 
Mit dem 2. Landesaktionsplans aus 2005 wurden zusätz­liche Schwerpunkte gesetzt. So werde die Zusammenarbeit zwischen den staatlichen und nichtstaatlichen Einrich­tungen zu verbessert. Die Belange von Kindern und Opfern von Menschenhandel werden verstärkt in die Arbeit einbezogen.
 
„Gewalt gegen Frauen und Kinder ist ein ernstzuneh­mendes gesellschaftliches Problem. Das Projekt 'Nicht wegsehen!' mit der Ausstellung 'Rosenstraße 76' leistet einen wichtigen Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit. Die Opfer können erkennen, dass sie nicht allein mit dem Problem sind. Die Nichtbetroffenen werden für die Problematik häusliche Gewalt sensibilisiert“, so Seemann.
 
„Nicht wegsehen!“ ist ein Projekt gegen häusliche Gewalt in Zusammenarbeit mit der Ausstellung „Rosenstraße 76“. Die Ausstellung läuft vom 20. bis 30. April 2009 in der Sport­halle Lindenstraße, Lindenstraße 14, 19243 Wittenburg. Die Eröffnung ist am 20. April 2009, um 10:00 Uhr. Am 28. April 2009 gibt es um 18:30 Uhr eine Podiums­diskussion „Hilfe für Betroffene“ in der Hans-Franck-Schule Wittenburg. Am 30. April 2009 hält um 15:00 Uhr die Krimi­nal­hauptkommissarin der Polizei Lüneburg, Frau Tatge, im Christian-Ludwig-Liscow Gymnasium Wittenburg einen Vor­trag mit dem Thema „Gewalt in Teenagerbeziehungen“. 
 
Veranstalter ist der Internationale Bund – IB Freier Träger der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit e. V. Die Ausstellung wurde konzipiert vom Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche Deutschlands mit seinen Aktionen „Brot für die Welt“.
 
Kooperationspartner sind das Land Mecklenburg-Vorpommern, der Landkreis Ludwigslust und die Stadt Wittenburg.
 


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