News-Archiv November 2008

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Verband fordert: Mittelständisches Kfz-Gewerbe nicht alleine lassen

Mecklenburg-Vorpommern | 26.11.2008 - 14:37:39

Rostock/MVticker. Schon heute ist abzusehen, dass das nächste Jahr für die Automobilbauer ein sehr schwieriges Jahr sein wird. Die einstige Vorzeigeindustrie wird von der wirtschaftlichen
Entwicklung vollends mitgerissen werden.
Bis dato liegt der öffentliche Focus aber viel zu einseitig auf Herstellerproblemen.
Das Kfz- Gewerbe unseres Landes ist auch direkt betroffen. Dessen Probleme müssen bei der Überlegung, Autobauer mit staatlichen Mitteln zu unterstützen, im Mittelpunkt stehen. Unterstützung sollte erst dann geleistet werden, wenn sichergestellt ist, dass die Hersteller ihren Verpflichtungen gegenüber Lieferanten und Vertriebsfirmen einhalten. Die Außenstände der Autobauer gegenüber ihren Händlern haben durch veränderte Vertriebsprogramme in den letzten Jahren stetig zugenommen.
Die Diskussionen um staatliche Hilfen lassen heute leider den stark betroffenen Zuliefer- und Vertriebsbereich der Automobilbranche außer Acht. Allein bei den Zulieferern werden heute schon 20 bis 25 Prozent weniger Teile abberufen. Die Situation der Händler ist ebenfalls prekär, wie man am Beispiel von VW sehen kann. So plant der Konzern eine Abfindungsprämie an jene Händler zu zahlen, die nicht genügend Verkaufszahlen vorweisen, damit diese ihre Händlertätigkeit einstellen.
Die Konsequenz dieser Entwicklung ist ein zu erwartender Stellenabbau und ein massiv zu erwartender Innovationsrückschritt im Bereich der mittelständischen Wirtschaft.
Allein im Bereich der Zulieferer arbeiten heute rund 400.000 Mitarbeiter deutschlandweit.
Produktionsrückgänge und Rückgänge der Verkaufszahlen vor dem Hintergrund der krisengeschüttelten Automobilkonzerne werden für den nachgelagerten Mittelstand neben den genannten Primäreffekten (Produktions-, Absatzeinbußen, Schrumpfung der Mitarbeiter) ebenso schwerwiegende Sekundäreffekte in Bereichen der Finanzierung nach sich ziehen. Wie lange wird wohl noch Beispielsweise ein mittelständischer Autohändler Forderungen an einem Automobilkonzern bei seiner Hausbank als werthaltig angeben können.
Der einseitige Blick in Richtung Hersteller könnte sich als fatal erweisen. Die Politik muss ihr Augenmerk deshalb endlich auch auf die mittelständischen Firmen des Kfz-Gewerbes richten. In Mecklenburg-Vorpommern vertritt der Verband des Kfz-Gewerbes Mecklenburg-Vorpommern e.V. 850 Mitgliedsbetriebe mit 8.000 Beschäftigten und 1.400 Auszubildenden.


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