News-Archiv November 2008

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DDR-Forschungsbibliothek an der Universität Rostock muss erhalten bleiben

Region Rostock | 06.11.2008 - 10:08:23

Rostock/MVticker. Der Landesvorsitzende der Jungen Union Mecklenburg-Vorpommern und Landtagsabgeordnete, Marc Reinhardt, bezeichnete die Absicht der Leitung der Rostocker Universitätsbibliothek, die DDR-Forschungsbibliothek auszugliedern, als Schritt in die falsche Richtung:
„Das Gebäude in der Hermannstraße in Rostock vereint neben der Dokumentations- und Gedenkstätte in der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt in Rostock auch Räume des Historischen Institutes der Universität Rostock und die Fachbibliothek zur DDR-Geschichte. Die letzten Jahre dokumentieren eine eindrucksvolle Erfolgsgeschichte und nutzbare Synergieeffekte für die Wissenschaft und die Öffentlichkeit. Mehr als 100.000 Besucher haben die Gedenkstätte bereits besucht und waren vom Zusammenspiel der Einrichtungen überzeugt. Einen wichtigen Teil jetzt herauszulösen, wäre ein Schlag ins Gesicht der Geschichtswissenschaft und vor allem ins Gesicht der Opfer der sozialistischen Diktatur“, so Marc Reinhardt.
Mit großem finanziellem und ideellem Engagement habe die Bundesbeauftragte für Unterlagen der Staatssicherheit in der ehemaligen DDR (BStU) und  universitärere Initiativen in den letzten Jahren dafür Sorge getragen, dass die Aufarbeitung der DDR-Geschichte nicht nur vorangetrieben, sondern mit starker öffentlicher Resonanz in Rostock und Mecklenburg-Vorpommern als äußerst gelungen beschrieben werden könne, so Reinhardt weiter.
Der Literaturbestand von über 12.000 Bänden sei ein einmaliges Zeugnis der Zeitgeschichte, das es in Deutschland nur ganz selten gebe und auch der Profilierung der Rostocker Universität diene: „Die Sammlung unter diesem thematischem Schwerpunkt aufzulösen, hat zerstörerische Auswirkungen. Wissenschaftler, Interessierte und Neugierige aus allen Ecken der Republik und sogar aus Europa nutzen dieses Wissensressort und wirken an dem immer noch dringend veränderungsbedürftigen Bild der DDR mit“, so der 30jährige Reinhardt.
Die Leitung der Universität und der Universitätsbibliothek in Rostock sollten daher zusammen mit dem Land über einen Verbleib nachdenken und konkrete Lösungen erarbeiten. „Wenn die Mittel im Kampf gegen den Rechtsextremismus kontinuierlich steigen, darf die Aufarbeitung des DDR-Unrechts nicht auf der Strecke bleiben“, wünscht sich Reinhardt auch die finanzielle Hilfe der Landesregierung. 


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