News-Archiv November 2008
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Steilküstenabbruch in Lohme: Landesregierung bildet Hilfsfonds
Insel Rügen | 04.11.2008 - 15:18:48
Schwerin/MVticker. Die Landesregierung wird für Sicherungsmaßnahmen und Billigkeitsentschädigungen im Zusammenhang mit dem Steilküstenabbruch in Lohme auf der Insel Rügen einen Hilfsfonds in Höhe von 1,2 Mio. EUR einrichten. Das Geld soll aus allen Ressorts zur Verfügung gestellt werden. Darauf hat sich das Kabinett auf seiner heutigen Sitzung verständigt. Die finanziellen Mittel werden der Landrätin des Landkreises Rügen als einmalige Zahlung zweckgebunden zur Verfügung gestellt und von der Landrätin selbst verwaltet. Sie entscheidet über die einzelnen Hilfsmaßnahmen und organisiert diese.
"Die Bildung dieses Hilfsfonds ist ein Einzelfall. Es gibt keinerlei rechtliche Verpflichtung für das Land, diese Mittel bereit zu stellen", betonte Innenminister Lorenz Caffier. "Weder das Land noch der Landkreis Rügen haften gegenüber den Grundstückseigentümern. Die Landesregierung stellt freiwillig über den Hilfsfonds finanzielle Mittel für Sanierungsmaßnahmen zur Hangentwässerung zur Verfügung, um die Standsicherheit des Hanges deutlich zu verbessern. Die Finanzierung aus dem Hilfsfonds setzt voraus, dass sich der Eigentümer oder der Nutzungsberechtigte, der durch diese Sicherungsmaßnahmen einen Vorteil erhält, mit mindestens 10% an den Sicherungskosten beteiligt.
Für die Grundstücke am Hang, die auch nach den Sicherungsmaßnahmen akut gefährdet bleiben, soll die Landrätin des Kreises Rügen prüfen, inwieweit Billigkeitsentschädigungen aus dem Hilfsfond gezahlt werden können.
Der Minister forderte von den kommunalen Behörden, dass künftig Bauanträge im kliffnahen Bereich und an sonstigen Böschungen mit Standsicherheitsproblemen noch intensiver geprüft werden müssen.
Hintergrund:
Am 19. 3. 2005 fand in der Ortslage Lohme auf der Insel Rügen der unvermittelte Abbruch eines etwa 130 m breiten und 30 bis 40 m tiefen Steilküstenabschnitts statt. Insgesamt stürzten ca. 100.000 m³ Erdreich ab.
Die Ursache für den Abbruch war insbesondere auf das Abrutschen aufgeweichter Erdschichten durch Anstau von Grundwasser zurückzuführen. Am stärksten betroffen von der unmittelbar entstandenen Gefährdung waren die Dorfstraße oberhalb der Kliffkante und ein Gebäude der Diakonie. Zwischenzeitlich wurde die Dorfstraße in einem weiten Radius um das Gefährdungsgebiet herum neu gebaut. Der Abriss des Gebäudes der Diakonie ist zum 1. 7. 2008 nach Nutzungsuntersagung realisiert worden.
Gutachten weisen einen Sicherheitskorridor aus, der östlich des Diakoniegebäudes beginnt und bis zur Hafentreppe reicht. Ohne regulierende technische Eingriffe würde sich dieser Sicherheitskorridor landeinwärts verschieben und damit privates und Betriebsvermögen gefährden bzw. vernichten.
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