News-Archiv November 2008
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Region Rostock | 03.11.2008 - 14:54:03
Rostock/MVticker. Der Erhalt einer vielfältigen Medienlandschaft ist nach Ansicht von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering unverzichtbar für die freie Meinungsbildung und die Demokratie. Um professionell, korrekt und unabhängig arbeiten zu können, bräuchten Journalisten zudem vernünftige Arbeitsbedingungen. „Da gibt es in den letzten Jahren eine Reihe bedenklicher Entwicklungen“, sagte Sellering am Montag zur Eröffnung des Verbandstages des Deutschen Journalisten-Verbandes in Rostock-Warnemünde. Immer mehr Journalisten würden ohne feste Arbeitsverträge beschäftigt. „Das Tarifgefüge löst sich durch Outsourcing oder Leiharbeit langsam auf.“
Angesichts der besonderen Herausforderungen eines ländlich strukturierten Flächenlandes sei Mecklenburg-Vorpommern mit seiner Medienlandschaft bislang gut aufgestellt. Hinter der auf den ersten Blick vielfältigen Medienlandschaft gebe es aber auch Konzentrationsprozesse. Derzeit sei unter anderem die Zusammenfassung in sogenannten „Newsdesks“ sowie die Ausgründung und Zusammenlegung von Mantelredaktionen zu beobachten. „Wir werden ein waches Auge darauf haben und uns die Folgen dieser Entwicklungen ganz genau ansehen“, sagte Sellering.
Der Ministerpräsident plädierte dafür, ein vielfältiges Angebot auch in der Fläche zu erhalten. „Natürlich erkenne ich an: Auch Zeitungsverlage sind letztlich Wirtschaftunternehmen“, sagte Sellering. „Aber ein Rückzug aus der Fläche wirkt gerade unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten fatal. Bei geringerem lokalen Informationsgehalt lässt auch die Identifikation mit der Lokalzeitung nach. Letztlich verliert sie ihre Abonnenten.“ Hier seien kluge Lösungen gefragt.
Gute Arbeitsbedingungen und ein faires Zusammenspiel von Medien und Politik seien die Basis dafür, dass beide Seiten den Erwartungen der Bürger und ihrer Aufgabe in der Demokratie gerecht werden können. „Eine verantwortungsbewusste Auseinandersetzung in der Darstellung politischer Erfolge und natürlich auch politischer Defizite ist ein wichtiges Mittel gegen Politikverdrossenheit“, sagte Sellering. „Es stärkt das Vertrauen in das Funktionieren unseres demokratischen Systems insgesamt. Und darauf kommt es uns an.“
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