News-Archiv Oktober 2008

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IHK-Konjunkturumfrage zum Herbst 2008: Aktuelle Lage gut - Stimmung kühlt sich aber ab

Mecklenburg-Vorpommern | 14.10.2008 - 12:39:48

Rostock/MVticker. Zum Herbst 2008 kühlt sich die Stimmung der Wirtschaft im IHK-Bezirk Rostock ab. Zwar wird die aktuelle Geschäftslage von der Mehrheit der Unternehmen noch überwiegend gut eingeschätzt. Bedingt durch den Kostenanstieg bei Energie und Kraftstoffen sowie rückläufige Auftragseingänge hat sich die Gewinnlage vieler Betriebe in den zurückliegenden Monaten allerdings verschlechtert. So weisen die Geschäftserwartungen nun deutlich mehr skeptischere Stimmen auf. Das zeigen die Antworten von 266 Unternehmen im Rahmen der Konjunkturumfrage zum Herbst, welche die IHK zu Rostock im September 2008 durchgeführt hat.
 
Gute Lage, aber Eintrübung der Geschäftserwartungen 
„Der weitere Jahresverlauf 2008 und der Ausblick auf 2009 wird durch  dämpfende Konjunkturumstände geprägt werden. Die Antworten der Unternehmen sprechen derzeit dafür, dass die Auftragseingänge und die Auftragsbestände der Betriebe in den kommenden Monaten zurückgehen werden“ kommentiert Rolf Paarmann, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Rostock die Ergebnisse. Ursache hierfür sind nachlassende Wachstumsimpulse aus dem Ausland sowie rückläufige Auftragseingänge aus dem Inland, welche die Lageeinschätzungen bei Industrie, Großhandel und Verkehrsgewerbe negativ beeinflusst haben. Konjunkturell stützend erweisen sich jedoch die Unternehmen der maritimen Industrie, die nach wie vor über gute Auftragsbücher verfügen. 
 
Finanzkrise: Bislang keine Auswirkungen absehbar
Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen zeigen die Ergebnisse der Umfrage, dass von einer Kreditklemme keinesfalls die Rede sein kann. Das Kreditgeschäft ist immer noch rege. Vor dem Hintergrund der noch überwiegend guten Geschäftslagebeurteilung vieler Betriebe erwartet die Mehrheit der Kreditinstitute in den kommenden Monate höhere Geschäftsvolumina. Klagen der Betriebe über eine restriktivere Kreditvergabe, die mit Hinweis auf die Finanzkrise begründet wird, gibt es derzeit nicht, auch wenn sich die Finanzierungsbedingungen an der einen oder anderen Stelle verschlechtert haben. „Es gibt im Moment eine Tendenz, die Situation sehr stark zu dramatisieren. Die Antworten unserer Unternehmer im Rahmen der aktuellen Konjunkturumfrage geben dafür keinen Anlass. Auch wenn die Konjunktur sich abkühlt“ so Paarmann.
 
Zunehmende Kostenbelastungen 
Vor allem binnenorientierte Wirtschaftszweige leiden unter der Konsumflaute in Folge des Kaufkraftentzuges durch die gestiegenen Energie- und Nahrungsmittelpreise. Viele ortsansässige Einzelhandelsbetriebe konnten die Mehrwertsteuererhöhung nicht an ihre Kunden weitergeben, was die Umsatzerwartungen und die Gewinnlage zunehmend geschmälert hat. Die Umsatzerwartungen des Baugewerbes sind ebenfalls gesunken, da nach den in das Frühjahr vorgezogenen Aktivitäten zum Frühsommer zu wenig neue Aufträge folgten, um das entstandene Auftragsloch zum Herbst hin zu stopfen. Vor diesem Hintergrund können viele Betriebe ihre Umsatz- und Gewinnentwicklung nur monatsweise abschätzen. Neben diesen Unsicherheiten auf der Ertragsseite kommen nach wie vor die Belastungen auf der Kostenseite. Gut jeder zweite Betrieb gibt an, dass die Energiekosten ein Problem bei der Umsetzung der Unternehmensplanungen in den kommenden Monaten darstellen. Die Mehrheit der Unternehmen ist damit bei ihrem Ausblick für 2009 zurückhaltend und vorsichtig. 
 
Investitionsabsichten rückläufig
Diese Umstände schlagen sich auch in der Investitionstätigkeit nieder. So plant die Mehrzahl der Unternehmen keine weitere Aufstockung ihrer Investitionsbudgets. Die Unternehmensinvestitionen werden zudem durch die ausgelaufenen Abschreibungserleichterungen sowie die nachlassende Gesamtnachfrage gedrückt. Allerdings halten viele Betriebe an ihren zum Frühsommer gesetzten Investitionsplänen fest. 
 
Export: Begrenztes Potenzial
Die Nachfrageschwäche in vielen Absatzmärkten hat die Erwartungen der exportierenden Betriebe spürbar reduziert. Die Aussichten für das kommende Jahr sind deutlich eingetrübt durch die mit den hohen Ölpreisen einhergehenden Kaufkraftverlusten. Vor größeren Herausforderungen stehen vor allem Gebrauchs- und Investitionsgüterhersteller sowie logistische Dienstleistungsunternehmen.
 
Beschäftigungsplanungen weitestgehend robust
Die Konjunkturabkühlung bewirkt allerdings, dass wieder mehr Betriebe ihre Beschäftigtenzahl verringern wollen. Dabei veranlasst die zunehmende Knappheit an Fachpersonal viele Unternehmen, ihre Stammbelegschaften so lange wie möglich zu halten. Anpassungen an die schwache Auftragslage werden voraussichtlich über die Arbeitszeiten und den Abbau von Überstunden erfolgen. Die noch überwiegend gute Auftragslage der unternehmensnahen Dienstleister sowie der überwiegend positive Geschäftsausblick der Industrie sorgen aber dafür, dass die Beschäftigungspläne gerade dieser Wirtschaftszweige weiterhin leichte Belebungsimpulse erfahren. Der Anstieg der Beschäftigung dürfte aber nicht nur konjunkturell bedingt auslaufen, auch von Seiten der Arbeitskosten besteht angesichts der bevorstehenden Einführung des Gesundheitsfonds und bei schwacher Produktivitätsentwicklung wieder Rationalisierungsbedarf im entstehen. So gibt jedes dritte Unternehmen an, dass die Lohnzusatzkosten ein Problem bei der Umsetzung der Unternehmensplanungen in den kommenden Monaten darstellen; gut jeder fünfte Betrieb plant in den kommenden Monaten Investitionen vor allem in den Bereich Rationalisierungen zu tätigen.   
 


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