News-Archiv Oktober 2008
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Regiopole Rostock – Die Idee nimmt Fahrt auf: Rund 70 lokale und regionale Akteure
Region Rostock | 12.10.2008 - 16:34:16
Rostock/MVticker. In der ganzen Welt bilden sich Metropolregionen, große Städte, die sich immer stärker vernetzen. Inzwischen gibt es elf Metropolregionen, in denen – vom Bund initiiert – an einer stärkeren Zusammenarbeit zwischen Stadt und Region gearbeitet wird. Doch es reicht nicht, ausschließlich die Großen zu stärken.
Was passiert mit den kleineren Großstädten, die außerhalb dieser Metropolräume liegen und trotzdem Entwicklungsmotor für ihre Region sind?
Hier kommt der Begriff der „Regiopole“ ins Spiel, der von Professorin Iris Reuther und Professor Jürgen Aring von der Universität Kassel im Rahmen ihrer Forschungstätigkeit zur Rolle der Städte in Deutschland entwickelt wurde und der von den Initiatoren aus Rostock deutschlandweit erstmals praktisch aufgegriffen wurde. Die Hansestadt Rostock mit ihrer Region wird als der Prototyp für diese neue Kategorie im deutschen und europäischen Städtesystem schlechthin beschrieben: Rostock ist das eindeutige Zentrum einer Region und kann aktuell auf ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum, positive Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und eine hervorragende Ausstattung mit hochrangigen Forschungseinrichtungen verweisen. Damit sind die Stadt und der zugehörige Raum, zu dem auch die Landkreise Bad Doberan und Güstrow gehören, sehr gut in der Lage, die Rolle eines Entwicklungsmotors für das Land Mecklenburg-Vorpommern und im Ostseeraum zu spielen. Rostock ist ein wichtiger ‚Brückenkopf’ in Europa in der Achse zwischen Skandinavien und der Adria. Künftig muss Rostock sich um mehr Ausstrahlung bemühen und am Image arbeiten kann. Hier ist die Idee einer „Regiopole Rostock“ als selbstbewusste Behauptung und besondere Strategie im Bezug und Vergleich mit den Metropolen der Ansatz. Sie bildet das gemeinsame Dach, ruht auf der Basis gemeinsamer Ziele auf tragfähigen Säulen und hat wegen der Kooperationsbereitschaft der Partner ein gutes Fundament.
Wenn sich Rostock zukünftig als Regiopole profilieren will – und in diesem Punkt waren sich die Gesprächspartner der Expertenrunde einig – müssen sich die Stadt und ihre Region in einem Prozess gemeinsam nach außen positionieren und vor allem nach innen funktionieren. Dr. Ulrich Bauermeister (Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock mbH) betonte das nötige besondere Engagement für den Brückenkopf an der Ostsee. Dr. Andreas Edel (Max-Planck-Institut für Demografische Forschung) hob die ausgezeichneten Bedingungen und Lagevorteile des Wissenschaftsstandortes hervor. Hans-Otto Bröker (Agentur für Arbeit, Rostock) verwies auf den bereits auf das räumliche Fenster einer Regiopole Rostock funktionierenden Horizont seiner Institution hin. Frank Ivemeyer, (Hochschule für Musik und Theater) schlug mit dem Blick auf die aktuelle Situation des Kulturstandortes Rostock einen „Kultivator“ vor, also eine gemeinsame Anstrengung im Bezug auf die Traditionen und die besonderen Begabungen. Und Georg Scholze (Senator für Finanzen, Verwaltung und Ordnung, Erster Stellvertreter des Oberbürgermeister Stadt Rostock) stellte fest, dass der Kernstadt eine besondere Aufgabe bei der Ausgestaltung der Regiopole Rostock zukommt, die sich auf ein breites Spektrum bezieht, aber auch einen weiten räumlichen Horizont und entsprechende Verbündete braucht.
Das zustimmende Signal einer Unterstützung durch die Vertreter einer ersten Gesprächsrunde war eine gute Steilvorlage für die abschließende Podiumsdiskussion. Hier wurde die Frage nach den vorhandenen Kräften und potenziellen Partnern unter dem Dach einer Regiopole Rostock als Kooperationsprojekt und Kommunikationsstrategie positiv aufgegriffen. Dr. Peter Hajny (Ministerium für Verkehr, Bau und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern), Gerd Schäde (Regionaler Planungsverband Mittleres Mecklenburg/Rostock), Dr. Christine Grünewald (IHK zu Rostock), Georg Scholze (Senator für Finanzen, Verwaltung und Ordnung, Erster Stellvertreter des Oberbürgermeister) und Lutz da Cunha, (Vorstandsvorsitzender Regionale Marketing Initiative e.V.) waren sich einig, dass es jetzt darum geht, den Begriff der Regiopole zu platzieren und zu kommunizieren. Außerdem bietet sich die Chance, den Begriff für eine gemeinsame Identifikation der Akteure, der Bürgerinnen und Bürger der Stadt und der Region zu nutzen. Im Sinne eines Wachstums- und Entwicklungsbündnisses müssen die vorhandenen gemeinsamen Stärken des Regiopolraumes gestärkt werden und ein Angebot für eine Partnerschaft im Sinne einer Verantwortungsgemeinschaft, in der Rostock als Entwicklungsmotor eine entscheidende Rolle spielt, geschaffen werden. Die Partner seitens der Stadt, des Planungsverbandes und der regionalen Intiativen sind dazu bereit. Das Land Mecklenburg-Vorpommern steht diesem Prozess sehr aufgeschlossen gegenüber und wird ihn entsprechend auf Landes- und Bundesebene unterstützten. Das wurde mit einem symbolischen Handschlag zum Abschluss der Veranstaltung dokumentiert.
Die Industrie- und Handelskammer zu Rostock ist mit 34.000 gewerblichen Mitgliedsunternehmen die Stärkste in Mecklenburg-Vorpommern. Mit den Wachstumsmärkten der Maritimen Wirtschaft, Logistik, Biotechnologie und Tourismus ist der IHK Bezirk der bedeutendste und wichtigste Wirtschaftsstandort in Mecklenburg-Vorpommern. Die IHK zu Rostock betreut 2.000 Ausbildungsbetriebe mit insgesamt 12.000 Ausbildungs- und Umschulungsverhältnissen.
Das Projekt Regiopole wird von der Universität Kassel, Fachgebiet Stadt- und Regionalplanung, Professor Iris Reuther, betreut.
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