News-Archiv September 2008

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Wirtschaftsspionage in MV - Seidel: Investition in Sicherheit, schützt den Technologievorsprung

Mecklenburg-Vorpommern | 17.09.2008 - 13:17:20

Schwerin/MVticker. Am Mittwoch hat in Schwerin das Symposium „Wirtschaftsspionage und Konkurrenzausspähung“ stattgefunden. „In Mecklenburg-Vorpommern gibt es fast ausschließlich kleine und mittelständische Unternehmen. Trotz hoher Risiken sind die Unternehmen eher noch zurückhaltend mit konkreten Sicherheitsmaßnahmen oder gar Investitionen in Sicherheitstechnik. Nicht die Größe einer Firma ist entscheidend, sondern was sie zu bieten hat. Firmen mit innovativer Technologie und mit Wissen, das den entscheidenden Vorsprung für den Erfolg im Wettbewerb ausmacht, stehen im Blickpunkt der Täter“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Jürgen Seidel im Schweriner Schloss. Seidel ist Schirmherr der Veranstaltung.
 
Wirtschaftsspionage und Konkurrenzausspähung verursachen in der deutschen Wirtschaft Milliardenschäden und können Firmen in ihrer Existenz gefährden. Bundesweit schätzt die Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft den 2007 aufgetretenen Schaden durch Industriespionage auf 20 Milliarden Euro, für 2008 könnten es sogar 30 Milliarden Euro werden.
 
Die Außenhandelsbeziehungen der Unternehmen in MV wachsen. Das erhöht die Anfälligkeit für Spionageangriffe. „Unternehmen aus dem Land haben zunehmend Erfolg im internationalen Wettbewerb. Neben den hochwertigen Produkten unserer leistungsfähigen maritimen Industrie werden vom Ausland zunehmend spezialisierte Nischenprodukte nachgefragt. Mit gezielter wirtschaftspolitischer Unterstützung der Unternehmen soll die positive Entwicklung weitergehen“, so Seidel. Der Absatz in das Ausland ist in Mecklenburg-Vorpommern von 819 Millionen Euro im Jahr 1991 auf 4,6 Milliarden Euro in 2007 gestiegen. Experten rechnen damit, dass die Ausfuhren im ersten Halbjahr 2008 um über 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreshalbjahr liegen. 
 
„Ein Grund für die Entwicklung ist die verstärkte Ausrichtung der Exportaktivitäten der Unternehmen Mecklenburg-Vorpommerns in den Ostseeraum, insbesondere in Richtung der Wachstumsmärkte der neuen EU-Mitgliedsstaaten und Russlands. Mit dem verstärkten Handel wird auch die Gefahr, das Ziel von Spionage und Ausspähung zu werden, erhöht“, sagte Seidel. Exportiert wurden vor allem Güter der Ernährungswirtschaft, Maschinen, Metallbauerzeugnisse und Schiffe.
 
In der EU-Förderperiode 2007 bis 2013 ist die Neuausrichtung von Forschung und Entwicklung auf insgesamt 155 Millionen Euro deutlich verstärkt worden. Um die Innovationsfähigkeit der Unternehmen zu erhöhen, werden Wirtschaft und Wissenschaft näher zusammengebracht. Deshalb liegt die Konzentration auf innovative wissensbasierte Herstellungsverfahren, Produkte und Leistungen. Ziel ist es dabei, dass mehr wissensbasierte Arbeitsplätze entstehen. „Viele Unternehmen setzen, unterstützt von der Wirtschaftspolitik, zunehmend auf marktfähige Innovationen durch Forschung und Entwicklung. Sie werden damit zum lohnenden Ziel für Spionageangriffe. Je größer der Erfolg dabei, desto größer auch die Wahrscheinlichkeit von Spionageangriffen und desto dringender die Notwendigkeit, diesen mit Schutzmaßnahmen zu begegnen“, sagte Seidel.  
 
Die Unternehmenssicherheit ist eine Managementaufgabe. „Nötig wird für die Firma eine entsprechende Konzeption, um Innovationen und Informationen rechtzeitig zu schützen. Dies müssen sich die Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Land bewusst machen. Aufwendungen für die Sicherheit des Firmenwissens sind eine Investition in die Zukunftssicherung des Unternehmens“, so Seidel abschließend.
 
Das Symposium  wurde von der Sicherheitspartnerschaft M-V, zu der beispielsweise das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern, der Einzelhandelsverband Nord-Ost e.V. sowie die IHK´s des Landes gehören, durchgeführt. 
 


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