News-Archiv August 2008

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Zeltlager der HDJ (Heimattreue Deutsche Jugend e.V.) von Polizei durchsucht und nach Ordnungsverfügung des Landkreises aufgelöst

Region Güstrow | 09.08.2008 - 00:21:23

Hohen Sprenz/MVticker. Nach einem Bürgerhinweis auf ein Zeltlager hat die Polizei in der Nähe der Gemeinde Hohen Sprenz (Landkreis Güstrow) am 06.08.2008 ermittelt, dass es sich um ein Jugendcamp der HDJ handelt.
Auf einem abgelegenen, weiträumigen Privatgelände waren von den mehr als 50 Teilnehmern, davon 39 Kinder, insgesamt vierzehn Zelte (darunter auch großräumige) errichtet worden.
Die durch Ermittlungen festgestellten Gesamtumstände deuteten daraufhin, dass durch die Betreuer im Zeltlager gezielt rechtextremistisches Gedankengut verbreitet wird. Die Personen stammen aus Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen, Brandenburg, Niedersachsen, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.
 
Auf Antrag der Polizeidirektion Rostock erließ das Amtsgericht Güstrow am 07.08.2008 einen Durchsuchungsbeschluss für das Jugendlager.
Bei der Durchsuchung durch Beamte der Polizei sowie Mitarbeiter des Jugendamtes und des Landkreises Güstrow, die bis in die späten Abendstunden des 07.08.2008 andauerte, bestätigte sich diese Annahme.
Die 39 Jungen und Mädchen im Alter von 8 bis 14 Jahren waren uniform gekleidet (weißes T-Shirt mit HDJ-Symbolik, schwarze Hosen) bzw. trugen die Älteren Uniformen der HDJ (hellblaue Hemden, schwarze Hosen). Es gab ein geregeltes Zeltlagerleben mit Fahnenmast, wobei Verhaltensweisen und Lebensformen aus der Zeit des Nationalsozialismus praktiziert wurden. Die bei der Durchsuchung aufgefundenen und sichergestellten Unterlagen belegen, dass die gezielte Verbreitung rechtsextremistischer Inhalte den Tagesablauf der Teilnehmer bestimmte und die Kinder im Zeltlager mit nationalistischem Gedankengut regelrecht beschult wurden.
Es wurden beispielsweise auch Geschirrhandtücher mit Hakenkreuzsymbolen aufgefunden. Hierzu wurde umgehend ein Ermittlungsverfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet.
Des Weiteren stellten die Beamten eine Vielzahl von Schriftstücken, kopierten Druckwerken, mit Hakenkreuzen versehene Tagebuchaufzeichnungen sowie Liedtexte sicher, deren strafrechtliche Relevanz gegenwärtig geprüft wird.
 
In Auswertung der Durchsuchungsergebnisse sowie der hierzu eingeleiteten Ermittlungsverfahren wurde festgestellt, dass es sich bei diesem Zeltlager um einen jugendgefährdenden Ort handelt.
Zielgerichtet wurde dort den Teilnehmern des Ferienlagers im Kinder- und Jugendalter eine der freiheitlich demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland entgegenstehende Ideologie zugänglich gemacht und verinnerlicht.
 
Aus Gründen der Verhältnismäßigkeit und unter Beachtung des Kindeswohls wurde bei Abschluss der Durchsuchungen am 07.08.2008, 22.00 Uhr, und in Abstimmung mit den vor Ort befindlichen Mitarbeitern des Jugendamtes auf eine sofortige Auflösung des Zeltlagers verzichtet.
 
Am 08.08.2008 erließ der Landkreis Güstrow eine Ordnungsverfügung mit Anordnung des sofortigen Vollzuges. Diese Verfügung sah vor, dass die Kinder und Jugendlichen das Lager am 08.08.2008 bis zu einem konkreten Termin am späten Nachmittag zu verlassen haben. Weiterhin war zu veranlassen, dass die Kinder und Jugendlichen den jeweiligen erziehungsberechtigten Personen zugeführt werden müssen.
Insgesamt 25 Beamte des Polizeireviers Bützow, der Inspektion Zentrale Dienste sowie der Kriminalpolizeiinspektion Rostock führten zur Sicherung und Unterstützung der Maßnahmen der Mitarbeiter des Jugendamtes einen Polizeieinsatz durch.
Trotz sichtlicher und geäußerter Verärgerung brachen die Teilnehmer nach Bekanntgabe der Verfügung das Zeltlager ab. Kontrolliert durch die Mitarbeiter des Jugendsamtes und unterstützt durch Polizeibeamte wurden die Kinder und Jugendlichen teilweise durch ihre Eltern abgeholt bzw. in Abstimmung mit dem Jugendamt Fall für Fall in die Obhut von bevollmächtigten Personen gegeben.
Gegen 19.00 Uhr hatte sich das Lager auf dem landwirtschaftlichem Privatgelände vollständig aufgelöst.


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Hans Wurst eMail

Die Macht der Dummheit

Hier wird der Eindruck erweckt, daß die Staatsmacht eine gute Tat vollbrachte. In Wahrheit haben die Männlein in Grün mit ihrem vollkommen überzogenen Verhalten die Kinder verschreckt. Es wurden die Rucksäcke der Kinder bis auf deren Wasch- und Federtaschen durchsucht. Tüten mit Zucker wurden zur Analyse beschlagnahmt. Am Tag darauf kamen dieselben Herren um 15 Uhr mit dem Auflösebeschluß, der auf 18 Uhr angesetzt war. Die Verhältnismäßigkeit war in keinem Falle gegeben, normalerweise ein Abbau des Lagers bis 18 Uhr nicht möglich. Nur durch prompte regionale Hilfe konnte dies vonstatten gehen.

Wie gesagt. Um 15 Uhr wurde der Beschluß verlesen, daß die Kinder durch die Eltern abgeholt werden sollten bzw. diesen zugeführt. Bei Kindern, die zum Teil bis zu 800 km entfernt wohnten, eine wohl nur durch Flugzeug zu realisierende Forderung. Am Abend davor bei der Durchsuchung wurde nicht im Entferntesten angedeutet, daß das Lager aufgelöst werden soll. Man hätte einen geregelten Abbau und das Abholen der Kinder durch die Eltern sicherstellen können.

Den Staatsbütteln war jedoch am Abend der Durchsuchung und auch am Tag darauf anzusehen, daß sie sich nicht wohl fühlten. Die magere Ausbeute bei der Durchsuchung, wo man wahrscheinlich MGs und Kampfmesser statt Kuscheltiere und Naschzeugs erwartete, erstaunte einige der Anwesenden, die doch der Gruppe immer den militärischen Drill und den fanatischen Glauben an den Nationalsozialismus zuschrieben. Tatsächlich gab es in diesem Lager keinen einzigen weltanschaulich geprägten Vortrag, keine "regelrechte Beschulung" mit nationalsozialistischem Gedankengut.

Wer den Meldungen der Polizei diesbezüglich Glauben schenkt, sollte Bedenken, daß ohne diese "Gründe" auch keine Durchsuchung oder Auflösung gerechtfertigt wäre. D.h., daß sie diese den Menschen auftischen müssen. Ob sie wahr sind, steht nicht in den Sternen, sondern kann verneint werden. Und wer der Presse in Bezug auf Meldungen über volkstreue Menschen Glauben schenkt, ist eh ein Esel.

Ausführlichere Betrachtung kommt später.

Grüße aus DEM Dorf

10.08.2008 - 14:40:39


 
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