News-Archiv Februar 2012

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Minister Backhaus: Nahrungsräume für Weißstörche verbessern

Mecklenburg-Vorpommern | 03.02.2012 - 13:28:26

Schwerin/MVticker. „Der Schutz des Weißstorches ist – wie auch der Schutz der Biologischen Vielfalt im Allgemeinen – ein wichtiges Anliegen des Umwelt- und Landwirtschaftsressorts sowie der Landesregierung“, sagte der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Dr. Till Backhaus heute im Schweriner Landtag zum Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, ein Landesstorchenschutzkonzept zu entwickeln.
 
„Das Konzept zum Schutz der Biologischen Vielfalt in Mecklenburg-Vorpommern befindet sich derzeit in der Endphase der Erarbeitung im Ministerium. Es wird der Handlungsleitfaden für die nächsten zehn Jahre sein. Das Konzept wird den gegenwärtigen Zustand der biologischen Vielfalt in Mecklenburg-Vorpommern analysieren, Gefährdungsursachen aufzeigen sowie Möglichkeiten zu deren Reduzierung darstellen und dabei auch für den Weißstorchschutz relevante Aspekte aufgreifen“, erläuterte der Minister.
Ein wesentlicher Schwerpunkt dabei seien die Agrarumweltmaßnahmen sowie deren noch zielgenauere Ausrichtung. Entscheidend werde auch sein, welche konkreten Rahmensetzungen bei der Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik zu berücksichtigen sein werden.
 
Kurzfristig müssen daher insbesondere der noch zielgenauere Vollzug und die Verbesserung der Lenkungswirkung bestehender Regelungen im Vordergrund stehen. Insbesondere beim Erhalt und der Verbesserung der Nahrungsräume gelte es anzusetzen. „Mit der Ende 2008 in Kraft getretenen Dauergrünlanderhaltungsverordnung ist ein erster wichtiger Schritt gegangen worden, um dem Rückgang von Dauergrünland entgegenzuwirken“, führte der Minister aus.
Mit der im Juli 2011 erlassenen Vogelschutzgebietslandesverordnung wurden diejenigen Bestandteile festgesetzt, die für die Erhaltung oder Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes, unter anderem im Hinblick auf den Weißstorch, maßgeblich sind.
 
In Ergänzung der bestehenden Regelungen sind darüber hinaus – auch nach entsprechenden Hinweisen von Ehrenamtlichen und Verbänden im Jahr 2011 – erste Maßnahmevorschläge zur Verbesserung der Nahrungssituation des Weißstorches entwickelt worden.
 
„Viele dieser Vorschläge sind abhängig von spezifisch zugeschnittenen Förderinstrumenten, die erst für die kommende Förderperiode ins Auge gefasst und hinsichtlich ihrer Realisierbarkeit diskutiert werden können. Dies wird auch im Verbund mit den Inhalten und Vorschlägen des bereits angesprochenen "Konzepts zum Erhalt und Entwicklung der biologischen Vielfalt Mecklenburg-Vorpommern" geschehen“, erläuterter Minister Backhaus. Für andere - von Förderinstrumenten unabhängige - Vorschläge (z.B. angepasste Nutzungen auf landeseigenen Flächen im Horstumfeld; Lenkung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen (Ökopool-Lösungen) in das Umfeld von Horststandorten) erfolge eine Prüfung hinsichtlich deren Umsetzbarkeit. Selbstverständlich ist darauf hinzuweisen, dass bei jeglicher Maßnahme ein Komplex weiterer Belange (z.B. bestehende Verträge) zu berücksichtigen ist, so dass sehr kurzfristige Umsetzungen in der Regel nicht realisierbar sind.
 
Hintergrund:
Die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg weisen zusammen den höchsten Anteil am gesamtdeutschen Brutbestand des Weißstorches auf.
Nach einem starken Bestandsrückgang um etwa 27 Prozent von 1.142 Horstpaaren im Jahre 2004 auf 834 Horstpaare im Jahr 2005 hat sich der Bestand innerhalb der vergangenen sieben Jahre, mit einigen Schwankungen, in etwa auf diesem Niveau gehalten.
Der durchschnittliche Gesamtbruterfolg der Weißstorchpopulation Mecklenburg-Vorpommerns lag in den letzten zehn Jahren sechsmal unter dem für eine erfolgreiche Reproduktion notwendigen Richtwert von mindestens zwei flüggen Jungvögeln je Brutpaar.


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