News-Archiv Februar 2012
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UNESCO-Weltnaturerbe mit allen gesellschaftlichen Akteuren etablieren
Mecklenburg-Vorpommern | 03.02.2012 - 10:46:53
Schwerin/MVticker. „Mit der erfolgreichen Anerkennung der Buchenwälder als Weltnaturerbe hat Mecklenburg-Vorpommern nicht nur eine große internationale Anerkennung erfahren, sondern auch eine besondere Verantwortung für den Schutz und Erhalt dieser Stätte übernommen“, sagte der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Dr. Till Backhaus heute im Schweriner Landtag zum Antrag der Fraktionen der SPD und CDU, ein Konzept für die Etablierung der UNESCO-Weltnaturerbestätte innerhalb der Großschutzgebiete in Mecklenburg-Vorpommern zu entwickeln.
Es gelte nun, diese Verantwortung wahrzunehmen und die positiven Effekte für das Land Mecklenburg-Vorpommern aus der Welterbeanerkennung zu nutzen. „Vorteile aus der Welterbestätte kann das Land aber nur ziehen, wenn es gelingt, die Gebiete so zu entwickeln, dass die Welterbestätte für den interessierten Besucher erlebbar wird“, so Dr. Backhaus. Dies setze voraus, dass Besucher dort eine attraktive Wegführung in und durch die Gebiete vorfinden, ausreichende Informationen über die weltweite Alleinstellung dieser Gebiete erhalten und eine gute Besucherinfrastruktur nutzen können.
„Sofern dies gelingt, werden das Land und die betroffenen Regionen einen erheblichen Imagegewinn aus der Welterbeanerkennung erzielen und touristische Marketingoptionen insbesondere im internationalen Raum erschließen können. Damit findet zugleich eine weitere Profilierung MVs als Urlaubs- und Gesundheitsland statt“, erläuterte der Minister und machte deutlich, dass die Etablierung der zwei Buchenwaldgebiete als Welterbestätte nicht allein durch die zwei zuständigen Nationalparkämter im Land, in denen die Flächen liegen, geleistet werden könne.
„Für eine erfolgreiche Etablierung der Gebiete gilt es, alle betroffenen gesellschaftlichen Akteure einzubeziehen. In erster Linie denke ich dabei an die Vertreter der Tourismusbranche. Aber auch die betroffenen Kommunen und Regionen sollten ihre Interessen deutlich artikulieren und aktiv an der Entwicklung der Gebiete mitwirken, um die Chancen der Welterbeanerkennung optimal für die eigene Regionalentwicklung zu nutzen“, so Dr. Backhaus. Erste Schritte dazu seien veranlasst. Noch in diesem Jahr soll die in den Nationalparken bereits vorhandene Besucherinfrastruktur und -information auf den Status eines Welterbes gebracht werden. Dafür stellt das LU in den Jahren 2012 und 2013 zusätzliche Mittel in Höhe von 345.000 € zur Verfügung und konzentriert vorhandene Mittel der Großschutzgebietsverwaltung auf diese Aufgabe.
„Um die mit der Welterbeanerkennung verbundenen Chancen für MV nicht verstreichen zu lassen, erscheint es geboten, die Interessen der unterschiedlichen Akteure auszuloten, Zielhierarchien zu bestimmen und leistungsstarke Partner mit ins Boot zu holen. Dies kann am besten gelingen, wenn der Landtag dafür der gesamten Landregierung einen entsprechenden Auftrag erteilt. Die Fraktionen der SPD und CDU bitten daher den Landtag zu beschließen, die Landesregierung aufzufordern, bis zum 30.09.2012 dem Landtag ein Konzept für die Entwicklung der zwei Teilgebiete der Weltnaturerbestätte „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“ in MV vorzulegen und mit allen betroffenen gesellschaftlichen Akteuren abzustimmen“, führte der Minister aus.
Hintergrund:
Weltweit gibt es 936 Kultur- und Naturerbestätten. 36 davon liegen in Deutschland.
Davon sind 183 reine Naturerbestätten, u. a. der Gairangerfjord in Norwegen, der Baikalsee in Russland, die Serengeti in Tansania oder die Galapagosinseln in Ecuador.
Am 25.11.2011 hat das Welterbekomitee die „Alten Buchenwälder Deutschlands“ zum Weltnaturerbe erklärt.
Gemeinsam mit zehn Buchenurwaldgebieten in der Slowakei und Ukraine werden damit fünf deutsche Buchenwaldgebiete unter dem Namen „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“ in der Welterbeliste der UNESCO als Weltnaturerbe geführt.
Von den fünf in die Welterbeliste aufgenommenen Buchenwaldgebieten Deutschlands liegen zwei in unserem Bundesland - in den Nationalparken Müritz und Jasmund.
In Deutschland gibt es mit der Grube Messel, dem Wattenmeer und den Alten Buchenwäldern drei Naturerbestätten.
Die Buchenwälder als sommergrüner Laubwald gibt es nur in Europa. Sie sind ein herausragendes Beispiel für den bis zum heutigen Tag fortschreitenden Prozess der Wiederbewaldung Europas nach der letzten Eiszeit.
Deutschland liegt im Zentrum der Buchenwaldverbreitung und hat deshalb eine besondere Verantwortung für dessen Erhalt. Die nunmehr gemeinsame Weltnaturerbestätte mit 15 Buchenwaldgebieten in den Karpaten der Ukraine und der Slowakei sowie in Deutschland ist ein außergewöhnliches Beispiel natürlicher Laubwälder und unverzichtbar für das Verständnis der Entwicklungsgeschichte von Rotbuchenwäldern.
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